Auch die Verkehrspolizei verstärkt ihre Tätigkeit zur Unterstützung der Reisenden
Zwischen Juli und September ist an 18 Tagen mit sehr hohem Verkehrsaufkommen zu rechnen, sieben davon sind besonders kritisch
Information und umsichtige Verkehrssteuerung sind wichtige Bausteine der Strategie, welche die Brennerautobahn AG auch in diesem Jahr erstellt hat, um den Urlaubs- und Rückreiseverkehr zu bewältigen. Die Organisation der Gesellschaft ist darauf vorbereitet, dem typischen Sommerhauptreiseverkehr zu begegnen: Die wenigen Baustellen werden bereits jetzt ausschließlich nachts betrieben, das Personal wurde aufgestockt und das Benutzerservicezentrum überwacht wie gewohnt den Verkehr rund um die Uhr – mithilfe von 241 Kameras und 227 Wechselverkehrszeichen. Für eine entspannte Reise ist zudem eine kluge Planung der Abfahrt entscheidend: Die Gesellschaft stellt dafür auf ihrer Webseite aktualisierte, nach Uhrzeiten gegliederte Verkehrsprognosen zur Verfügung. In diesem Jahr ist bis September an insgesamt 18 Tagen mit sehr hohem Verkehrsaufkommen („bollino nero“) zu rechnen (für die vollständigen Prognosen siehe beigefügtes PDF), davon betreffen die sieben kritischsten zeitgleich die Nord- und Südfahrbahn, und zwar am 19. und 26. Juli sowie am 1., 16., 22., 23. und 30. August. Wer an diesen Tagen nicht auf eine Fahrt verzichten kann, sollte die Abfahrtszeit sorgfältig wählen: In den Abend- und Nachtstunden ist mit weniger Verkehr zu rechnen.
„Der Sommer stellt alljährlich eine große Herausforderung für den Betrieb der A22 dar, da das Verkehrsaufkommen an den stärksten Tagen im Vergleich zur normalen Auslastung nahezu doppelt so hoch ausfallen kann“, erklärt Geschäftsführer Diego Cattoni. „Unsere Aufgabe liegt darin, die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur bestmöglich auszuschöpfen und gleichzeitig höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Dieses Ziel verfolgen wir durch eine effiziente Organisation, qualifiziertes Personal und zunehmend fortschrittliche Technologien. Die Genauigkeit unserer Prognosemodelle erlaubt es uns, den Nutzerinnen und Nutzern zeitnahe und verlässliche Informationen bereitzustellen: Es handelt sich dabei um einen Service, der nicht nur die Reise erleichtert, sondern auch die Mobilität in Richtung jener Regionen fördert, in denen der Tourismus eine grundlegende Ressource darstellt.“
„Das Verkehrsmanagement“, kommentiert Präsident Hartmann Reichhalter, „ist und bleibt eine große Herausforderung für die Brennerautobahngesellschaft, aber auch für alle durchquerten Gebiete, die dazu aufgerufen sind, ein Gleichgewicht zu finden zwischen den berechtigten Anliegen der Wirtschaft – allen voran des Tourismus –, der Gäste, die sich eine hochwertige Verkehrsinfrastruktur erwarten, der Umwelt und jener Menschen, die in diesen Orten leben und sich frei bewegen wollen. Die Organisationsstruktur der Gesellschaft ermöglicht es uns, den Sommerreiseverkehr bestmöglich zu bewältigen, der auch in diesem Jahr unter anderem mit den Bauarbeiten an der Luegbrücke in Österreich koordiniert werden muss. In den vergangenen Monaten haben wir mit den Kollegen der Asfinag – den Betreibern der A13 in Nordtirol – eine wichtige Vereinbarung zur Verbesserung des Datenaustausches auf den jeweiligen Streckenabschnitten erzielt. Dies ist ein weiterer Beweis für die Bemühungen für ein verbessertes grenzüberschreitendes Verkehrsmanagement. Unseren wertvollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gilt im Hinblick auf die arbeitsintensiven Wochenenden mein Dank, ebenso wie den zahlreichen weiteren Akteuren, die zur Sicherheit beitragen, welche stets das Ergebnis einer Teamarbeit ist: Verkehrspolizei, Feuerwehr, Rotes und Weißes Kreuz.“
Die Planung und Koordination aller beteiligten Akteure ist übrigens die Grundlage für die Strategie zur Bewältigung des Reiseverkehrs. Der Technische Generaldirektor Carlo Costa beschreibt diese im Detail: „Auf der A22 verkehren durchschnittlich etwa 20.000 Fahrzeuge pro Fahrtrichtung täglich. An den Tagen mit intensivem Verkehrsaufkommen werden über 37.000 gezählt, mit Spitzen von mehr als 3.000 Fahrzeugen pro Stunde. Betrachtet man allein die ersten sechs Monate des Jahres, so ergibt das ein Verkehrsvolumen von mehr als 37 Millionen Fahrzeugen, welche die A22 in diesem Zeitraum befahren haben. Diese Verkehrsströme mit nur zwei Fahrspuren zu bewältigen – bei einer Unfallrate, die in diesem Jahr mit 14,54 Punkten einen historischen Tiefstwert erreicht hat und damit fast nur halb so hoch ist wie der gesamtstaatliche Durchschnitt von 27 – ist für einen Autobahnbetreiber zweifellos Grund zu großer Zufriedenheit.“
Die Gesellschaft setzt zahlreiche Instrumente ein, ergänzt durch laufende organisatorische Innovationen. „Bereits seit geraumer Zeit richten wir im Sommer keine Baustellen ein, mit Ausnahme der Nachtstunden. Dies bedeutet, vorausschauend zu arbeiten: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 sind 2.166 Baustellen eingerichtet worden, von denen jedoch 1.828 den Verkehr nicht beeinträchtigt haben, weil entweder beide Fahrspuren beibehalten werden konnten oder aber die Arbeiten in der Nacht durchgeführt wurden. In den vergangenen beiden Jahren haben wir trotz der damit verbundenen Schwierigkeiten die Tagesbaustellen reduziert; im Jahr 2026 ist ihre Zahl im Vergleich zu 2025 um insgesamt 48 Prozent zurückgegangen.“ Um die Spitzen im An- und Abreiseverkehr zu bewältigen, ist die Arbeit an den Mautstellen und an der Mautstelle Brenner entscheidend. „Alle Mautspuren der A22 sind – im Gegensatz zu den meisten italienischen Autobahnen – mit einem Telemautsystem ausgestattet. Zudem haben wir auch alle anderen automatischen Zahlungsmöglichkeiten ausgebaut, durch intelligente Kassenautomaten und die Einführung von Lesegeräten für kontaktlose Zahlungen. Zwischen 2022 und 2025 sind die Zahlungen über diese letztgenannte Methode um 125 Prozent gestiegen.“ Hinzu kommen weitere technische Maßnahmen während der Hauptreisezeit, wie die dynamische Anpassung der Mautstelle Brenner oder die Steuerung des einfahrenden Verkehrs.
Eine wichtige Rolle spielt zudem die Information der Nutzerinnen und Nutzer, denen über zahlreiche verfügbare Kanäle Verkehrsprognosen zur Verfügung gestellt werden: über die Internetseite, den Telegram-Bot, Widgets auf externen Webseiten, Faltblätter und Plakate an den Raststätten. „Wir setzen fortschrittliche Prognosemodelle ein“, führt Costa fort, „die den Nutzerinnen und Nutzern eine präzise Vorhersage des Verkehrsaufkommens nach Tag, Fahrtrichtung und Uhrzeit bieten. Ich erinnere daran, dass wir – anders als im Bahn- oder Flugverkehr – den Zugang zur Autobahn nicht begrenzen können, da dieser – abgesehen von Sicherheitsgründen – grundsätzlich jederzeit für alle möglich sein muss.“ Auch in diesem Jahr wird außerdem das gesamte Personal aufgestockt: „Das Benutzerservicezentrum ist wie üblich rund um die Uhr im Dienst und koordiniert die Verkehrshilfskräfte, die während des Sommerreiseverkehrs tagsüber mit mindestens 24 Streifen im Einsatz stehen. Hinzu kommen die Mitarbeitenden der Stützpunkte, die entlang der Strecke im Abstand von 50 Kilometern eingerichtet sind. Diese können jederzeit eingreifen; ebenso wird das Personal an den Mautstellen entsprechend aufgestockt. Strategisch bedeutend für die Sicherheit ist nicht zuletzt die Lkw-Kontrollstelle in Sterzing. „Es handelt sich um ein lange erwartetes Bauwerk, das den Ordnungskräften dank modernster Technologien effektivere Kontrollen ermöglicht – Kontrollen, die nicht nur Geschwindigkeit und Fahrzeugmängel erfassen, sondern auch die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten“, erklärt Costa. „Das Gebäude ist vollständig fertiggestellt: Wir rechnen mit der vollen Betriebsbereitschaft innerhalb August.”
Entscheidend ist der Beitrag der Verkehrspolizei. Auch Andrea Straffelini, der Leiter der Verkehrspolizei Trentino-Südtirol und Belluno, betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit aller eingesetzten Kräfte. „Die Verkehrspolizei ist wie gewohnt mit dem Personal ihrer Spezialeinheiten präsent, die rund um die Uhr für die Autobahnnutzerinnen und -nutzer im Einsatz stehen. Seit Jahresbeginn wurden über 3.600 Streifen für die Verkehrsüberwachung auf der A22 eingesetzt – eine gleichbleibende Einsatzstärke, die es in Hinblick auf die kommenden Monate ermöglichen wird, den Sommerreiseverkehr mit einem Dienst zu bewältigen, der dem erwarteten Verkehrsaufkommen gerecht wird. Was die Einsatzkräfte der Verkehrspolizei und das Team der A22 machen können, ist aber nur ein Teil des komplexen Mosaiks, aus dem sich die Verkehrssicherheit zusammensetzt. Eine entscheidende Rolle kommt dabei vor allem auch dem Verhalten der Pkw- und Lkw-Lenker zu. Die Verkehrspolizei rät den Autofahrern, auch die Anreise zu ihrem Urlaubsort als einen Teil der Ferien zu betrachten, und sie mit derselben Sorgfalt zu organisieren: sich vor und während der Fahrt über alle bereitgestellten Kanäle der A22 zu informieren; das Fahrzeug vorzubereiten und dabei die Flüssigkeitsstände, den Reifendruck, die Bremsleistung und die Wartungsfristen zu kontrollieren; ausgeruht loszufahren und immer dann anzuhalten, wenn der Fahrer das Bedürfnis dazu verspürt; und auf das Wohlbefinden der Mitfahrenden zu achten, vor allem der Kinder und Haustiere, für die stets ein kleiner Vorrat an Wasser und Nahrung mitgeführt werden sollte. Es sind diese kleinen, aber wichtigen Vorsichtsmaßnahmen, die dazu beitragen können, lange Sommerfahrten sicher und entspannt zu bewältigen – wobei insbesondere auch die Geschwindigkeitsbegrenzungen und die Sicherheitsabstände einzuhalten sind.“