Dynamische Fahrspur
In Zeiten mit hohem Touristenaufkommen, insbesondere an Sommer- und Winterwochenenden sowie während der wichtigsten Feiertage, herrscht auf der A22 besonders dichter Verkehr, wobei das Verkehrsaufkommen bis zu 3.000 Fahrzeuge pro Stunde und Fahrspur erreichen kann. An diesen Tagen kann es zu stockendem Verkehr, Staus und Verkehrsüberlastungen kommen, die sich auch auf den normalen Verkehr in den durchquerten Gebieten auswirken.
Besonders betroffen ist der rund 123 km lange Abschnitt zwischen Neumarkt und Verona, wo sich die Fahrzeiten bei hohem Verkehrsaufkommen gegenüber normalen Verkehrsbedingungen bis auf das Dreifache erhöhen können.
Angesichts der ökologischen Sensibilität und der räumlichen Gegebenheiten im Etschtal zielt das Projekt der dynamischen dritten Fahrspur darauf ab, den Verkehrsfluss zu verbessern und gleichzeitig den Flächenverbrauch zu begrenzen, indem der Standstreifen bei erhöhtem Verkehrsaufkommen vorübergehend als Fahrspur genutzt wird.
Durch die Einrichtung der dynamischen Fahrspur lässt sich die Kapazität der Infrastruktur auf etwa 4.000–4.200 Fahrzeuge pro Stunde steigern, wodurch sich der Service, die Sicherheit und die Umweltnachhaltigkeit dank der Verringerung von Staus und Emissionen verbessern.
Das System wird mithilfe von ITS-Technologien (Intelligent Transport Systems) gesteuert, darunter Kameras, Sensoren, Wechselverkehrszeichen und Echtzeit-Überwachungssysteme, die die Nutzung der Fahrspuren regeln und die Verkehrsteilnehmer über die Verkehrslage und Geschwindigkeitsbegrenzungen informieren.
Um dieses System zu ermöglichen, wurden umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen durchgeführt, darunter die Verbreiterung des Standstreifens von 2,50 auf 3,50 m, die Anpassung der Beschilderung, der Schutzplanken, der Nothaltebuchten sowie der Ein- und Ausfahrtsrampen. Darüber hinaus wurde ein technologisches Netzwerk entwickelt, das der Datenübertragung und der Stromversorgung intelligenter Verkehrsmanagementsysteme dient.